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Letzte Änderung: 16.06.2014 

Einladung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich möchte Sie gemeinsam mit dem Vorbereitungsteam zur diesjährigen Jahrestagung der Sektion Sonderpädagogik in der DGfE, der 49. Arbeitstagung der Dozentinnen und Dozenten der Sonderpädagogik in deutschsprachigen Ländern an der Humboldt-Universität zu Berlin herzlich einladen.

Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung sind die Perspektiven sonderpädagogischer Professionalisierung, denn anlässlich des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland ergeben sich erhebliche Veränderungen im Bildungssektor wie im Bereich der außerschulischen Unterstützung, Förderung und Begleitung über die Lebensspanne hinweg, die auch Effekte auf das professionelle Selbstverständnis und die Konzeption der Ausbildung haben. Hierzu ist die Weiterentwicklung von wissenschaftlich begründeten Professionsmodellen unerlässlich (auch auf der Ebene der Bildungspolitik sind hier kaum Steuerungsimpulse vorhanden). Dabei fragt sich, ob die bisher vertretenen Kompetenzbereiche wie Beratung, Förderung, Diagnostik, Kooperation nach wie vor zentrale Differenzkriterien sonderpädagogischer Berufstätigkeit darstellen und inwiefern normativ und empirisch begründete Forschungsergebnisse diese Modelle unterstützen. Denn insbesondere im Bereich der Lehrerbildung drängen derzeit die Fragen zur Implementierung von Sonderpädagogik in alle Lehramtsstudiengänge, zur Weiterentwicklung der Förderschwerpunkte sowie zur Konzeption crosskategorialer Studienanteile. Hier stellt sich das nach wie vor ungelöste Problem, in welchem Verhältnis sich die sonderpädagogische Ausbildung im Spannungsfeld zwischen Spezialisten und Generalisten platzieren sollte.

Spätestens seit der sogenannten Paradigmendebatte in unserem Fach in den 1990er Jahren spielen diese Fragen bereits eine Rolle, als nämlich deutlich wurde, dass Ansprüche an Selbstbestimmung und Emanzipation sich nicht mehr mit traditionellen stellvertretenden Mandaten und Fürsorgemodellen realisieren lassen. Zugleich stand auch die Forderung nach einer Entkopplung von institutioneller und professioneller Identität im Raum bis hin zur provokanten Forderung nach einer Selbstauflösung des Faches.

Mit dem Einfluss des outputorientierten Steuerns von Bildungssystemen gerät  die Legitimierung sonderpädagogischen Handelns zudem unter Druck, Wirkungsweisen nachzuweisen, die im Aufruf zur Bestimmung evidenzbasierter Praktiken kulminieren - dies auch im internationalen Vergleich. Hier wird auch das Spannungsfeld von Standardisierung und Individualisierung deutlich sichtbar wie auch in den Large-Scale-Assessments das Problem nun erscheint, sonderpädagogische Förderbereiche, Maßnahmen und Klienten eindeutig zu identifizieren.

Was also macht den professionellen Kern sonderpädagogischen Handelns aus, mit welchen methodischen Zugängen lassen sich diese Fragen klären, welche Befunde liegen vor und inwiefern haben diese Erkenntnisse bereits Auswirkungen auf die Konzipierung von Ausbildungscurricula? Zu folgenden Themenschwerpunkten gibt es Vorträge innerhalb von Arbeitsgruppen und Symposien:

  • Lehrerbildung (AG 1)
  • Professionsforschung (AG 2)
  • Herausforderung Inklusion (AG 3)
  • Unterrichtsforschung (AG 4)
  • Professionalität als Herausforderung für die Inklusion (SYM 1)
  • Wozu noch Didaktik? (SYM 2)
  • Qualität inklusiven Unterrichts (SYM 3)
  • Steuerung von Schulentwicklungsprozessen im Spannungsfeld von Inklusion und Ökonomisierung (SYM 4)
  • Inklusive Haltungen (SYM 5)
  • Inklusion als theoretische und methodologische Herausforderung (SYM 6)

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme in Berlin. 

Prof. Dr. Vera Moser